FAO-Preisindex im Februar 2025
12.03.2025 Preise im Februar 2025 gestiegen, was auf höhere Preise für Zucker, Milchprodukte und Pflanzenöl zurückzuführen istDer FAO-Nahrungsmittel-Preisindex stellt eine Maßzahl für die monatliche Änderung der Preise auf den internationalen Märkten dar. Er ist der gewogene Durchschnitt getrennt ermittelter Preisindizes von 5 verschiedenen Produktgruppen (Getreide, pflanzliche Öle, Zucker, Milchprodukte, Fleisch) und repräsentiert insgesamt 73 weltweite Notierungen. Die Gewichtung der 5 Teil-Indizes erfolgt anhand der Exportanteile der jeweiligen Produktgruppe in den Jahren 2014-2016. Die nachträgliche Berichtigung der Indexreihe ist möglich und üblich. Daher muss für Vergleichszwecke immer die allerjüngste Ausgabe des FAO-Nahrungsmittel-Preisindexes herangezogen werden.
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex für einzelne Produktgruppen und gesamt:
Februar 2025 | Jänner 2025 - berichtigt | |
---|---|---|
Getreide | 112,6 | 111,´8 |
Pflanzliche Öle | 156,0 | 153,0 |
Milchprodukte | 148,7 | 143,0 |
Fleisch | 118,0 | 118,0 |
Zucker | 118,5 | 111,2 |
FAO-Nahrungsmittel-Preisindex | 127,1 | 125,1 |
Der FAO-Nahrungsmittel-Preisindex lag im Februar 2025 bei durchschnittlich 127,1 Punkten und damit +1,6 % über dem revidierten Stand vom Januar. Während der Fleischpreisindex stabil blieb, stiegen alle anderen Preisindizes, wobei die deutlichsten Anstiege bei Zucker, Milchprodukten und Pflanzenölen zu verzeichnen waren. Der Gesamtindex lag um +8,2 % über dem entsprechenden Stand von vor einem Jahr, blieb jedoch um -20,7 % unter dem im März 2022 erreichten Höchststand.
Der FAO-Getreide-Preisindex lag im Februar bei durchschnittlich 112,6 Punkten +0,7 % höher als im Januar, aber immer noch -1,1 % unter dem Stand vom Februar 2024. Die Preise für Weizenexporte stiegen im Vergleich zum Vormonat an, was auf eine Verknappung des inländischen Angebots in Russland zurückzuführen war, die die Exportmengen einschränkte und die Nachfrage auf andere Anbieter verlagerte, was den Aufwärtsdruck auf die Weltmarktpreise verstärkte. Die Besorgnis über ungünstige Erntebedingungen in Teilen Europas, in Russland und in den USA unterstützte den Preisanstieg zusätzlich. Die Weltmarktpreise für Mais setzten ihren Aufwärtstrend im Februar fort, was in erster Linie auf eine Verknappung des saisonalen Angebots in Brasilien, schlechtere Erntebedingungen in Argentinien und eine starke Exportnachfrage nach Mais aus den USA zurückzuführen war. Bei anderen Grobgetreidearten stiegen die Weltmarktpreise für Gerste und Sorghum ebenfalls an.
Der FAO-Preisindex für Reis ging im Februar um -6,8 % zurück, da ein reichliches Angebot an exportfähigen Erzeugnissen und eine schwache Importnachfrage die Preise unter Druck setzten.
Der FAO-Pflanzliche-Öle-Preisindex lag im Februar bei durchschnittlich 156,0 Punkten und damit +2,0 % höher als im Vormonat und sogar +29,1 % über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg des Indexes war auf höhere Notierungen für Palm-, Raps-, Soja- und Sonnenblumenöl zurückzuführen. Nach einem kurzen Rückgang im Januar erholten sich die internationalen Palmölpreise leicht und hielten ihre Aufschläge gegenüber konkurrierenden Ölen aufrecht. Der Anstieg wurde weitgehend durch die saisonbedingt geringere Produktion in den südostasiatischen Erzeugerländern und die Erwartung einer höheren Nachfrage seitens der Biodieselindustrie in Indonesien gestützt. Unterdessen stiegen die Preise für Sojabohnenöl aufgrund der festen weltweiten Nachfrage, insbesondere aus dem Nahrungsmittelsektor. Bei Sonnenblumen- und Rapsöl wurden die Preise hauptsächlich durch die Besorgnis über eine wahrscheinliche Verknappung des Angebots in den kommenden Monaten gestützt.
Der FAO-Fleisch-Preisindex* lag im Februar bei durchschnittlich 118,0 Punkten und damit geringfügig -0,1 % niedriger als im Januar, aber immer noch +4,8 % über dem Niveau des Vorjahres. Die internationalen Geflügelfleischpreise gingen zurück, was auf ein reichliches weltweites Angebot zurückzuführen war, das vor allem durch hohe Exportmengen aus Brasilien zustande kam, obwohl in anderen wichtigen Erzeugerländern weiterhin die Vogelgrippe ausbrach. Auch die Schweinefleischpreise gaben nach, was auf die niedrigeren Notierungen in der EU zurückzuführen war. Obwohl die Preise Anzeichen einer Stabilisierung zeigten, blieben sie unter dem Niveau von Anfang Januar (vor dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche), was auf einen Überschuss infolge der Handelsbeschränkungen für deutsches Schweinefleisch zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Schafsfleisch aufgrund der starken weltweiten Nachfrage. Die neuseeländischen Exportmengen gingen aufgrund einer geringeren Produktion zurück, aber höhere Schlachtzahlen in Australien erhöhten das Angebot, wodurch der Preisanstieg begrenzt wurde. Die Notierungen für Rindfleisch zogen unterdessen an, was auf die steigenden australischen Preise und die robuste weltweite Nachfrage, insbesondere aus den USA, zurückzuführen war. Dieser Anstieg wurde jedoch teilweise durch niedrigere brasilianische Rinderfleischpreise aufgrund des reichlichen Angebots an Rindern ausgeglichen.
Der FAO-Milchprodukte-Preisindex lag im Februar bei 148,7 Punkten und damit +4,0 % höher als im Januar und +23,2 % höher als vor einem Jahr. Der Anstieg war auf höhere Preise bei allen wichtigen Milcherzeugnissen zurückzuführen. Die internationalen Käsepreise stiegen den dritten Monat in Folge und lagen um +4,7 % höher als im Januar. Der Anstieg wurde durch eine starke Importnachfrage angeheizt, da die sich erholende Produktion in Europa durch saisonale Produktionsrückgänge in Ozeanien ausgeglichen wurde. Die Notierungen für Vollmilchpulver stiegen ebenfalls, und zwar um +4,4 % gegenüber Januar, gestützt durch eine robuste Nachfrage trotz stagnierender Produktion in Ozeanien. Die internationalen Butterpreise erholten sich und stiegen im Monatsvergleich um +2,6 %, da die saisonal bedingte rückläufige Milcherzeugung in Ozeanien mit einer starken inländischen und internationalen Nachfrage zusammenfiel. Die Preise für Magermilchpulver verzeichneten im Monatsvergleich einen bescheidenen Anstieg um +1,8 %, da die saisonal höhere Produktion in Europa durch die rückläufige Produktion in Ozeanien ausgeglichen wurde.
Der FAO-Zucker-Preisindex lag im Februar bei durchschnittlich 118,5 Punkten und damit um +6,6 % höher als im Januar, nachdem er drei Monate in Folge gesunken war. Er lag jedoch immer noch -15,8 % unter dem Niveau vom Februar des letzten Jahres. Der Anstieg der Weltmarktpreise für Zucker wurde durch die Sorge um eine Verknappung des weltweiten Angebots in der Saison 2024/25 ausgelöst. Sinkende Produktionsaussichten in Indien und die Sorge über die Auswirkungen der jüngsten Trockenheit auf die bevorstehende Ernte in Brasilien, die den saisonalen Effekt noch verstärkte, untermauerten den Preisanstieg. Darüber hinaus trug die Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US-Dollar, die sich tendenziell auf die Ausfuhren aus Brasilien auswirkt, weiter zum Gesamtanstieg der weltweiten Zuckerpreise bei.
*im Unterschied zu den anderen Warengruppen sind die meisten Preise, die in die Kalkulation des FAO-Fleisch-Preisindex einfließen, zum Zeitpunkt der Errechnung und Veröffentlichung des Preisindex noch nicht verfügbar. Deshalb war der Wert des Fleisch-Preisindex in den meisten der letzten Monate eine Mischung aus vorausgesagten und beobachteten Preisen. Das kann in bestimmten Fällen eine deutliche Revision des endgültigen Wertes des FAO-Fleisch-Preisindex bedeuten, welche wiederum den Nahrungsmittel-Preisindex beeinflussen kann.
Im November 2024 wurde der Fleischpreisindex überarbeitet, um die Genauigkeit bei der Darstellung der wichtigsten international gehandelten Fleischprodukte zu erhöhen. Diese Revision beinhaltet historische Anpassungen für die folgenden spezifischen Preise: Die brasilianischen Geflügelfleischpreise wurden an die von der nationalen Regierung bereitgestellten Definitionen angepasst (Quelle: Comex Stat); die australischen Rinderfleischpreise werden nun aus den von Meat and Livestock Australia (MLA) gemeldeten FOB-Werten abgeleitet; die australischen Schaffleischpreise wurden überarbeitet, um sich auf das schwergewichtige Lammfleischprodukt zu konzentrieren (Quelle: MLA), das den Exportmarkt besser repräsentiert; und die neuseeländischen Schaffleischpreise wurden aktualisiert, um den durchschnittlichen Lammexportwert zu verwenden (Quelle: AgriHQ).
Kellner, 12.03.2025