Europäische Düngemittelpreise auf Zweijahreshoch

26.02.2025 Die Großhandelspreise für Düngemittel in Europa stiegen im zweiten Halbjahr 2024 auf das höchste Niveau seit zwei Jahren; Dementsprechend erhöhen sich auch die Düngemittelpreise für die heimischen Landwirte.

Die Großhandelspreise für Düngemittel an den deutschen Ostseehäfen begannen im November 2024 nach einer längeren Seitwärtsbewegung mit einer Preisrallye. Kalkammonsalpeter, der häufigste Stickstoffdünger in Europa und Österreich, (FOB deutsche Ostseehäfen) lag am 06.November 2024 noch bei 315 EUR/t und kletterte in den weiteren Monaten auf bis zu 390 EUR/t (30.01.2025), das höchste Niveau seit zwei Jahren. Bis dato (25.02.2025) konnte sich das Zweijahreshoch 390 EUR/t halten. Das aktuell wieder hohe Niveau für Kalkammonsalpeter liegt dennoch deutlich unter dem Allzeithoch von 963 EUR/t im März 2022 (Grund: Gaspreisanstieg und Versorgungsängste Düngemittel durch Beginn Ukrainekrieg).

Der Großhandelspreise für Harnstoff stieg erst deutlich später als jener für Kalkammonsalpeter, nämlich im Jänner 2025 auf ein erhöhtes Preisniveau (530 EUR/t, 25.02.2025). Auch der Harnstoffpreis übersteigt die Preislinie der letzten zwei Jahren und unterliegt dem Preispeak 2022 (1.285 EUR/t im März 2022) liegt.

Diammonphosphat befindet sich bereits das ganze Jahr 2023 in einer Aufwärtsbewegung, welche im Frühjahr und Herbst 2024 fortgesetzt wurde. Der aktuelle Preis an den deutschen Ostseehäfen von 680 EUR/t liegt über den vergangenen zwei Jahren und unter dem Rekordwert von 1.056 EUR/t im August 2022.

40er-Kornkali entwickelte sich bis Juni 2024 nach unten und erreichte ein Jahrestief von 282 EUR/t. Danach folgte eine moderate Aufwärtsbewegung auf aktuell 325 EUR/t. Das aktuelle Preisniveau liegt über dem 2. Halbjahr 2024, aber unter dem ersten Halbjahr 2024 und dem ganzen Jahr 2023.

Hauptgrund für den kräftigen Anstieg der Düngemittelpreise ist der gestiegene Gaspreis in der EU: Der europäische Großhandelspreis für Gas erreichte am 10.02.2025 mit 58,039 EUR/MW (Dutch TTF Gas Futures auf ICE) das höchste Niveau seit nahezu zwei Jahren (April 2023). Hauptgrund hierfür sind wiederum die in Europa (auch Österreich) deutlich weniger gefüllten Gasspeicher als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Der Füllstand liegt EU-weit mit 42,59 Prozent laut Transparenzplattform AGSI+ deutlich unter dem Vorjahreswert. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass bis dato (25.02.2025) der Gaspreis (durch wärmere Temperaturen) auf 47,144 EUR/MW nachgab. Der zweite Faktor für die steigenden Düngemittelpreise ist die ab dem zweiten Halbjahr 2024 gestiegene Nachfrage in Europa. Die – laut Branchenteilnehmern – niedrige Bevorratung der Landwirte und des Handels mit Düngemitteln führte zu diesem Nachfrageanstieg. Für den Ausblick der weiteren möglichen Entwicklung sollten die von der Europäische Kommission geplanten Strafzölle auf Einfuhren von Dünger aus Russland nicht unerwähnt bleiben. Diese Maßnahme könnte die weitere Entwicklung der Düngemittelpreise am europäischen Kassamarkt beeinflussen.

Die Preisrallye am europäischen Düngermarkt wirkt sich auch zeitversetzt in einer Erhöhung der Landwirtepreise (Endverbraucherpreise) für Düngemittel in Österreich laut AMA-Meldewesen aus: Kalkammonsalpeter (27 % N) kostete im August 2024 noch 299 EUR/t und kletterte bis auf 329 EUR/t im Jänner 2025. Die Landwirtepreise für Diammonphosphat (18/46/0) stiegen ebenso von 661 EUR/t im Juni 2024 auf 700 EUR/t im Jänner 2025.

Marktinformationen Getreide und Ölsaaten/Düngemittel

DI Herz, 26.02.2025